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Herzlich willkommen und Tashi Delek im "Kunst des Himalaya" - Shop!

Mein Name ist Tenzin Dorje Sherpa. Ich bin in Thame, einem kleinen Dorf in Khumbo im Mt. Everest - Gebiet in Nepal geboren.

Als ich 4 Jahre alt war, wurde ich als Reinkarnation des Nyingma Lama Ngawang Samten von Charok anerkannt. Seitdem kümmerte sich mein Onkel, ein bekannter Mönch vom Thame Kloster, liebevoll um mich und brachte mir das Lesen, Schreiben und Auswendiglernen der buddhistischen Texte bei. Er war für meine Erziehung zuständig.

Als ich 9 Jahre alt war, fragte er mich, ob ich ins Tengboche Nyingma-Kloster oder ins Kopan-Gelugpa Kloster gehen wollte. Ich entschied mich für das Kopan - Kloster in Kathmandu und führte dort als Mönch meine buddhistischen philosophischen Studien fort.

Im Alter von 19 Jahren gab ich meine Gelübde zurück. Daraufhin schickte mich mein Lehrer, Lama Yeshe, nach Dharamsala ins Tushita - Meditationszentrum. Zu Beginn half ich im Zentrum mit, dann arbeitete ich dort 8 Jahre als Direktor.

1991 kam ich nach Deutschland und sammelte Erfahrungen im Hotelbetrieb, aber mein Herzenswunsch war, ein Geschäft mit Kunstgegenständen und Dharmaliteratur zu eröffnen.

1999 erfüllte sich mein Wunsch mit der Eröffnung meines Geschäfts “Kunst des Himalaya“. Seitdem besuchen mich viele nette Kunden, die großes Interesse am Buddhismus und an meiner Kultur zeigen. Das freut mich sehr!

Liebe Dharma Grüße Ihr Tenzin Dorje Sherpa.




Kerstin und Tenzin

Kerstin und Tenzin

Anfang letzten Jahres unternahmen Tenzin und ich eine Reise in Tenzins Heimat nach Khumbu in das Everest Gebiet. Tenzin und ich sind jetzt 14 Jahre zusammen und ich bin überaus glücklich, dass sich endlich die Gelegenheit ergab, seine beeindruckende Heimat kennenzulernen. Da meine Gesundheit nicht so stabil ist, habe ich mich lange nicht getraut, den europäischen Kontinent zu verlassen, darum war diese Reise für mich ein besonders großes Geschenk.

Die ersten paar Tage verbrachten wir in Kathmandu bei Tenzins Schwester Kanchi und ihrem Mann Sonam, die mitten in Kathmandu ein recht komfortables Haus besitzen mit einem wunderbaren Blick auf den Swayambhu Stupa. Wir wurden mit herrlich frisch gekochten Essen, wie Momos (kleine gewürzte Fleisch- und Gemüsetäschchen) Dahl und Reis, Tsampa (geröstete Gerste) und frischen Gemüse verwöhnt und ich merkte, wie gut mir diese Nahrung tat und wie sich der Organismus langsam stärkte.


Lhakpa, Kerstin, Pasang, Putti

Tenzin’s zweitälteste Schwester Putti wohnt mit ihrem Sohn Lhakpa und ihrer Tochter Pasang gegenüber vom Nonnenkloster Khachoe Ghakyil Ling, das zu Kopan gehört, in der Nähe von Bhoudanath, einem heiligen Pilgerort mit dem bekannten Bhouda Stupa. Tenzins Neffe Lhakpa ist Bergführer und war schon mehrere Male mit westlichen Gruppen auf dem Mount Everest. Er wird uns auf unserer Reise nach Khumbu begleiten. Er ist ein recht erfahrener Bergführer und erzählt viele interessante Geschichten von seinen Expeditionen.

Nonnen

Im Nonnenkloster besuchten wir Tenzins Verwandte Ani Sangmo, die uns durchs Kloster führte und uns von all den bevorstehenden Projekten erzählte. Es werden dort eine neue Gompa und Behausungen für Nonnen errichtet. Einige der Nonnen verarbeiten in einem kleinen Nebenhäuschen die Lawodo Räucherstäbchen, die völlig rein sind und wunderbar duften. Als wir kamen, waren sie gerade damit beschäftigt, die Räucherstäbchen zu verpacken. Das Kloster beheimatet mittlerweile über 380 Nonnen aus der Himalayaregion.

Von dort aus spazierten wir weiter den Hügel hinauf zum Kopan Kloster, den Ort, an dem Tenzin 9 Jahre seines Lebens als Mönch verbrachte. Das Kopankloster wurde von Lama Yeshe und Lama Zopa Rinpoche gegründet und ist eines der beliebtesten Klöster mit etwa 300 Mönchen außerhalb Kathmandus. Seit den 70er Jahren wird Kopan von Westlern aus aller Welt besucht, da dort viele Meditationskurse und Klausuren angeboten werden.

Tenzin, Thubten Dorje, Nawang Namgyel, Lama Lundhup (Abt)

Als wir in Kopan ankamen, wurden wir recht herzlich von dem Abt des Klosters Lama Lundhup begrüßt und Tenzin traf einige seiner alten Mönchsfreunde. Wir saßen in der gemütlichen Runde vor dem Klostercafe, tranken Chai und hatten Spaß. Es war ganz offensichtlich, dass sich alle freuten, Tenzin wieder zu sehen und es herrschte unter ihnen eine heitere, gelassene Stimmung.

Tenzin Phuntsok Rinpoche

Noch an diesem Tag hatte ich die wunderbare Gelegenheit den 4 jährigen Tenzin Phuntsok Rinpoche kennen zu lernen, die Reinkarnation meines vergangenen Lehrers, Geshe Lama Konchog. Wir spielten mit ihm ein bißchen und der kleine Rinpoche versorgte uns gleich mit gesegneten kleinen Pillen.

Lhakpa

Nach 4 Tagen Kathmandu Aufenthalt flogen wir mit Jeti Airlines, einer etwas älteren, 16 sitzigen Twin Otter mit unserem reizenden Neffen, Lhakpa nach Lukla, 2850 m hoch gelegen. Der 45 minütige Flug war einmalig, schon ein bißchen abenteuerlich, da man den Bergen ziemlich nahe kommt. Es ist unbeschreiblich schön diese hohen beschneiten Berggipfel vor sich und neben sich zu betrachten. Die dortigen Piloten sind überaus geschickt im Fliegen wie auch im Landen, denn die mittlerweile geteerte Landebahn ist leicht ansteigend und ziemlich kurz.

Thubtens Haus

Am kleinen Fluplatz in Lukla begrüßte uns Thubten, der Sohn von Tenzins älterer Schwester Dolma. Es dauerte ungefähr 1 Stunde, bis wir gemütlich durch Lukla liefen und Thubtens Haus in Khongmo, ein typisch für die Gegend rechteckiges Steinhaus, erreichten. Dolma wartete schon an der Haustüre um endlich ihren jungen Bruder nach längerer Zeit sehen zu dürfen. Die Begrüßung war von so einer Herzlichkeit durchdrungen, dass uns allen vor Rührung die Tränen herunterliefen.

In der gemütlichen einfachen Küche bereitete Ang Dagi, Thubtens Frau, den salzigen Buttertee zu und der kleine Sohn Lhakpa Tsering reichte uns zwischendurch ganz veschüchtert mit seinen großen dunklen Augen, Gebäck.

Wir wurden sogar noch mit einer kräftig gewürzten Nudelsuppe mit getrockneten Jakfleich versorgt um unsere Weiterreise gestärkt fortzusetzen.

Gästehaus in Phakting

Am späteren Nachmittag erreichten wir Phakting (2680m) und blieben in einem Gästehaus in einer recht idyllischen Lage direkt am Fluß Dudh Kosi. Plötzlich fing es ganz unerwartet zum Schneien an und es war zauberhaft die Schneeflocken, die immer größer wurden, in der Lodge vom gemütlichen Ofen aus um den wir uns aufwärmten, zu beobachten. Den Raum durchdrang eine angenehme Ruhe und Stille. Das Essen in den Lodges ist recht frisch und mit viel Liebe zubereitet. Die Nacht war eiskalt und wir waren um unsere warmen Schlafsäcke sehr dankbar. Die Zimmer in diesem Lodge waren nur durch einfache Holzbretter getrennt und ich hatte große Bedenken zu schnarchen, da ich so müde war.

Weg von Phakting nach Monjo

Am nächsten Morgen war alles völlig zugeschneit und die Sherpas begannen schon in der Früh den Schnee von den Dächern abzuschaufeln. Es schien aussichtslos in diesen extremen Verhältnissen weiterzuwandern. Wir diskutierten darüber, ob wir umzukehren. Ich ging mal ins Freie und machte ein paar Schritte in die weitere Wanderrichtung und stellte freudig fest, daß es möglich war, die Reise fortzusetzen, da der Weg leicht gespurt war. So verließen wir den Lodge und wanderten durch die herrliche Schneelandschaft. Dabei zwitscherten die Vögel und das Getöse des reißenden Fluß unter uns war wahrzunehmen, es war eine besondere Atmosphäre.

Gompa in Monjo

In Monjo übernachteten wir in einem gemütlichen Gästehaus. Unsere Kleidung war durchnäßt. Wir trapierten die Kleidung zum Trocknen um den Ofen herum und man konnte sehen, wie der Dampf von den Kleidungsstücken entwich. Tenzin und ich waren sehr erkältet und fühlten uns geschwächt. Zum Essen bestellten wir „Tugpa“, das ist eine kräftige Nudelsuppe mit Fleich und Gemüse, gewürzt mit „Erma“, eine Spezialität aus der Gegend. Diese Suppe war so intensiv, daß es uns den Schweiß aus den Poren trieb. Am nächsten Morgen standen wir zeitig auf und bereiteten uns auf den schwierigsten Teil der Reise, nach Namche Bazar vor. Es war ein glasklarer Tag mit tiefblauen Himmel und frisch beschneiten Bergen und es war das Glitzern in der Luft zu sehen.

Der heilige Berg Khumbila

Hinter Monjo überquerten wir eine kleine Hängebrücke. Dort hatte man einen wunderbaren Blick auf den heiligen Berg, Khumbila. Wieder aufwärtsgehend erreichten wir den Ort Jorsale. Nun waren wir 2850 m hoch. Wir mußten unsere Pässe an einem Kontrollposten vorzeigen und für den Eintritt in den Sagarmatha-Nationalpark eine Gebühr bezahlen. Auf unserem Weg kamen wir zur Hillarybrücke. Diese war besonders lang und auffällig waren die bunten Gebetsfahnen. Nun ging es steil auf einem tief verschneiten Weg nach oben. Wir rutschten, aber durch unsere Stöcke war der Aufstieg leichter.

Mount Everest

Beim Anblick des Gipfels vom Mount Everest, von einem kleinem Plateau aus, sah man immer wie Schneewölkchen wegflogen. Auch die Gipfel vom Kong Taiga und Tramserku waren zu sehen. Nachmittags erreichten wir Namche Bazar in einer Höhe von 3680m. Tenzin besuchte mit Lhakpa das Sherpamuseum, ein typisches Sherpafamilienhaus.

Namche Bazar

2 Tage Ruhe mußten wir in Namche Bazar einhalten um zu akklimatisieren. Namche Bazar ist ein Handelsplatz. Jeden Samstag findet ein Markt statt. Es kommen die Tibeter und bringen Tsampa, Schafwolle, Tee, Salz, getrocknetes Schaffleisch. Die Nepali liefern Zucker, Reis, Milch, Eier, Mehl, Baffulofleisch, Chilli und Knoblauch. Die Sherpa wiederum bringen Kartoffeln, Butter, Rettich und Gewürze. Lange Zeit gab es nur Tauschgeschäfte. Seit dem Geld eine Rolle im Lande spielt, wird der Tauschhandel nur noch ab und zu durchgeführt. In Namche Bazar gibt es viele Restaurants, Ladengeschäfte, Hotels, eine Bank und eine deutsche Bäckerei. Auch Internetcafees haben sich etabliert.

Tramserku, Ama Dablan

Bei gutem Wetter ging es weiter nach Thame., Tenzins Heimatdorf. Entlang ging es im Nangpo-Tsongpa-Tal. Am frühen Nachmittag begann es recht nebelig, kühl und ungemütlich zu werden. In Thamo machten wir bei Maya eine kleine Pause, auch eine Verwandte von Tenzin. Die Zeit verging schnell und so wanderten wir erst gegen 16 Uhr weiter. Am Ende von Thamo ist ein Nonnenkloster und ich wollte unbedingt die Gompa, ein Meditationsraum, im Kloster sehen, obwohl es schon so spät war. Die Nonnen begrüßten uns mit großer Herzlichkeit und zeigten uns ihre kleine heimelige Gompa. Auf unserem weiteren Weg waren rechts im Nebel viele Steine zu sehen, in denen das buddhistische Gebet, Om mani padme hung, eingemeißelt wurde.

Tenzins Elternhaus

Kurz vor Thame erreichten wir ein Gebiet mit alten wunderschönen Juniperbäumen. Wir übernachteten im einfachen Elternhaus von Tenzin. Oberhalb von Thame, an einer Felswand angelehnt, liegt ein Nyngmakloster mit ca. 40 Mönchen. Wir schafften es leider nicht, das Kloster zu besuchen, weil sämtliche Freunde und Verwandte von Tenzin zum tibetischen Neujahrsfest, genannt Losar, kamen. Sie brachten riesige Kannen mit Buttertee und Gebäck. Eine herzige, ältere Nachbarin, die mit Tenzins Mutter gut befreundet war, erzählte viele lustige Geschichten aus Tenzins Kindheit.

Thangme Gompa

Die Lage von Thame ist beeindruckend mit einem weiten, offenen Blick auf die Bergketten und von hinten her geschützt durch die Felswände. So zogen wir bei prachtvollen Wetter los, drehten die große Gebetsmühle im Dorf ein paar mal und wanderten weiter in Richtung Mende. Aufgrund des vielen Schnees konnten wir nicht die Abkürzung nach Lawudo nehmen. So wanderten wir durch Samde an einem Berghang entlang nach Mende. Auf diesem Weg sahen wir über uns einen Teil von Genupa und das mystische Gebiet von Charok mit seinen steilen Felswänden.

Weg von Thangme nach Mende

Mende ist ein kleines Dorf unterhalb von Lawudo. Die Nomaden ziehen sich im Winter nach Mende zurück, weil es dort vom Klima her angenehmer ist, wie in den höher gelegenen Gebieten. Von Mende nach Lawudo geht ein etwas steiler Serpentinenweg durch die kleinen Juniperbäumchen und Chörtens nach oben. Kurz vor dem Eingang ins Klosters ist ein großer eindrucksvoller Manistein. Tsultim Norbu, ein Mönch, der verantwortlich fürs Kloster ist, begrüßte uns voller Freude. Er war äußerst berührt, Tenzin zu sehen, da er ein guter Freund von ihm aus der Kopanzeit in den 70er Jahren ist.

Lawudo Gompa

Er zeigte die Gompa und führte uns in den Aufenthaltsraum. Dort verwöhnte er uns mit Chapse, das ist ein Neujahrsgebäck, dazu Buttertee. Er beheizte den Ofen in der Mitte des Raumes mit getrockeneten Yakfladen und Holz. Am nächsten Tag wanderten wir mit Lhakpa und Thubten nach Charok zu Tenzins Höhle, die völlig abgelegen an einer eingewölbten Felswand liegt. Der Schnee ging uns bis an die Knie und es war schwierig über eine Wand zu klettern um zur Höhle zu gelangen.

Charoghöhle

Das Innere der Höhle konnten wir leider nicht sehen, da wir keinen Schlüssel für die Eingangstüre hatten. Sie besteht aus einem Raum mit einer kleinen Küche. Es soll darin recht gemütlich sein. Als wir nach Lawudo zurück kamen, zeigte uns Tsultim Norbu, Lama Zopa Rinpoches Höhle.

Lawudohöhle

Tenzin und ich meditierten darin. Da kam mir ganz klar der Gedanke einmal Gruppen in dieses besondere heilige Khumbugebiet zu führen. Ich denke, jeder, der dieses Gebiet sieht, wird unvergeßliche Eindrücke mitnehmen und mehr Klarheit erlangen. Für mich war das so eine Art Visionsreise. Dann zeigte uns Tsultim Norbu noch die Bibliothek und die Retreathäuschen. Ich könnte mir keinen geeigneteren Platz für Meditationsklausuren vorstellen.

Tenzin und Tsultin Norbu

Nach 2 Tagen Lawudo machten wir uns auf nach Monjo, blieben dort eine Nacht und gingen weiter nach Lukla. Am Weg gab es noch bei Thubten mein Sherpalieblingsessen, Riki Kur, eine Art Kartoffelpuffer mit Jakbutter und einer speziellen Kräutersoße, das ich in vollen Zügen genoß.

enzins Schwester mit Enkelkindern

Der Abschied von Tenzins Schwester war schwer, da sie so sehr weinte. Dann blieben wir noch in Lukla, in einem komfortableren Hotel und flogen mit der kleinen Twin Otter zurück nach Kathmandu. Dort erledigte Tenzin seine Einkäufe für unser Geschäft in München. Ich blieb noch ein paar Tage im Kopankloster und zum Schluß war ich mit Tenzin bei Kanchi und Sonam. Ich empfand diese Reise als tiefgründige Reinigung mit einer spürbaren Leichtigkeit von Körper und Geist, sowie einer psychischen und spirituellen Regenartion. Ich wünsche mir sehr, daß viele unserer Freunde und Bekannten auch einmal Tenzins Heimat kennen lernen.

 

Liebe Grüße,
Kerstin Blumenschein




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